Strohgäubahn

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Geschichte und Entwicklung der Strohgäubahn

Bei der Strohgäubahn handelt es sich heute um eine eingleisige normalspurige private Nebenbahn im Strohgäu mit einer Länge von 22,3 km, die als Stichbahn die Stadt Korntal-Münchingen über Hemmingen, Schwieberdingen und Ditzingen mit der Gemeinde Weissach im Landkreis Böblingen verbindet.

Vom Zweckverband Strohgäubahn wird derzeit der Abschnitt von Korntal bis Heimerdingen bedient.

Das Kursbuch führt sie als Strecke 790.61, im Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) wird sie als Regionalbahnlinie RB47 geführt.

Entstehung

Die Planungen des Jahres 1898 sahen für die Strohgäubahn den Bau als Schmalspurbahn von Zuffenhausen nach Pforzheim über die Gemeinden Münchingen, Schwieberdingen, Hemmingen, Heimerdingen, Weissach, Eberdingen, Nußdorf, Iptingen, Mönsheim, Wurmberg und Wiernsheim mit einer Gesamtlänge von über 50 km vor. Auf der Strecke sollten Personen und Güter befördert und somit die Perspektive der stark landwirtschaftlich geprägten Dörfer verbessert werden.

Nachdem nicht alle Gemeinden entlang der geplanten Strecke die für den Anschluss notwendige Beteiligung von 3000 Reichsmark je Kilometer aufbringen konnten, wurde die ursprüngliche Planung nicht umgesetzt und schließlich im Jahr 1905 mit dem Bau einer normalspurigen Strecke bis Weissach begonnen.

Die Württembergische Eisenbahngesellschaft (WEG) war Eigentümerin und Betreiberin der Strohgäubahn. Die von den Württembergischen Nebenbahnen (WN) betriebene Strecke wurde am 13. August 1906 eingeweiht. Die Werkstatt der Strohgäubahn befand sich in Weissach.

Im Jahr 1984 fusionierte die Württembergische Nebenbahn mit der Württembergischen Eisenbahngesellschaft (WEG).

In den 60er bis 80er Jahren wurde es ruhig um die Strohgäubahn. Die Fahrgastzahlen waren rückläufig und auch der Gütertransport wurde weitgehend eingestellt. Es stellte sich die Frage, ob der Betrieb, wie bei vielen Nebenbahnen oder kleinen Bahnstrecken, eingestellt werden muss.

Entgegen dem damaligen Trend haben sich die Anliegerkommunen Ditzingen, Hemmingen, Korntal-Münchingen, Schwieberdingen und Weissach und der Landkreis Ludwigsburg dazu entschieden, den Betrieb für die Fahrgäste aus dem Strohgäu aufrecht zu erhalten: weil seit Anfang der 90er Jahre ein Betrieb nur noch mit Unterstützung der öffentlichen Hand möglich war, unterstützten sie die Strohgäubahn mit kommunalen Zuschüssen.

Um die Zuschüsse nachhaltig zu sichern und ein zukunftsorientiertes Betriebskonzept aufzustellen wurde die Bahn gutachterlich untersucht. Ein Gutachten aus dem Jahr 2008 über den optimierten Dieselbetrieb der Bahn hatte zum Ergebnis, dass unter den aktuellen Voraussetzungen nur ein sinnvoller Betrieb auf dem Abschnitt Korntal-Heimerdingen (sogenannte NebenbahnEisenbahn = NE-Variante) möglich ist. Zur Umsetzung der NE-Variante wird der Abschnitt Korntal-Heimerdingen saniert, neue Fahrzeuge angeschafft und eine Betriebswerkstatt mit Tankstelle, die bisher in Weissach betrieben wurde, in Korntal gebaut.

Zweckverband Strohgäubahn

Im März 2010 haben sich die Städte und Gemeinden Ditzingen, Hemmingen, Korntal-Münchingen und Schwieberdingen und der Landkreis Ludwigsburg schließlich zum Zweckverband Strohgäubahn zusammengeschlossen.

Verbandsvorsitzender ist der Landrat des Landkreises Ludwigsburg, stellvertretender Verbandsvorsitzender ist im Wechsel jeweils einer der Bürgermeister der beteiligten Kommunen.

Der Zweckverband kaufte der WEG die Strecke zwischen Korntal und Heimerdingen ab, die Betriebsführung verblieb bei der WEG.

Um die bisherigen und künftigen Investitionen zu sichern, übernahm der Zweckverband die Strecke von der WEG nach Abschluss der Modernisierungsarbeiten. Der Zweckverband Strohgäubahn wurde Eigentümer der Infrastruktur im Abschnitt Korntal-Heimerdingen, der Betriebswerkstatt in Korntal und der Fahrzeuge.

Darüber hinaus wird der Zweckverband Eisenbahninfrastrukturunternehmer.

Mittlerweile wurden die Strecke und die Bahnhöfe und Haltepunkte weitgehend saniert. Offen sind noch die Modernisierungen der Bahnhöfe Heimerdingen und Korntal.